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Die humanwissenschaftliche Qualitätsanalyse (HQA) in der Wohn- und Architekturpsychologie

In der Wohn- und Architekturpsychologie geht es darum, Lebensumwelten zu schaffen, die die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzer bestmöglich erfüllen und sich auch an ändernde Lebensumstände anpassen können. So entsteht eine hohe Wohnqualität, die dem Einzelnen aber auch der Gemeinschaft zugutekommt. Menschen fühlen sich in ihrer Umgebung wohl und geschützt, können über längere Zeit dort wohnen und das Zusammenleben wird unterstützt und gefördert.

 

 

Mit der humanwissenschaftlichen Qualitätsanalyse (HQA) lässt sich die menschliche Qualität von Gebäuden oder ganzen Quartieren messen und beurteilen. So kann nach einer Analyse ganz klar auf Potentiale und Schwachpunkte hingewiesen und Optimierungsvorschläge gemacht werden.

Dies gilt für bestehende Gebäude wie Wohnungen, Wohnanlagen, ganze Siedlungen, Bürogebäude und Gebäude anderer Art wie z.B. Pflegeheime, aber auch für Planungen derselben. Wenn solch eine Analyse schon sehr früh während der Planungsphase gemacht wird, können die Schwachpunkte meist ohne größeren Aufwand korrigiert werden und die Nutzerfreundlichkeit und -akzeptanz des Vorhabens steigt.

Das bedeutet durchaus nicht, dass sich dadurch die Baukosten erhöhen. Der Nutzen hingegen zeigt sich aber in Form von weniger Fluktuation, geringerem Beschwerdemanagement, weniger Instandhaltungs- und Renovierungskosten und einer größeren Akzeptanz, was für den Betreiber möglicherweise eine nicht unerhebliche Kostenreduktion bedeuten kann.

 

Die Methodik ist zurzeit die einzige dieser Art und wurde von Harald Deinsberger-Deinsweger vom Institut für Wohn- und Architekturpsychologie (IWAP) in Graz entwickelt. In Zusammenarbeit mit Experten vom IWAP kann ein Gebäude, das solch einer Analyse unterzogen wurde, auch eine Zertifizierung erhalten und steht für besonders menschliche Qualität hinsichtlich Nutzung, sozialen Zusammenlebens und Sicherheit. Damit kann ein Investor oder Bauträger bei seinen Kunden werben und Vertrauen schaffen.

 

 

 

Wie aber genau geht die humanwissenschaftliche Qualitätsanalyse vor?

Die Erkenntnisse der Wohn- und Architekturpsychologie beruhen auf wissenschaftlichen Forschungen aus verschiedenen Bereichen der Psychologie, der Neuro-, Sozial- und Umweltwissenschaften und der Gehirnforschung. Wir untersuchen ein Gebäude auf acht verschiedenen Ebenen, diese sind in Kürze:

Sensorik und Wahrnehmung
Was bieten die Räume bzw. die Wohnumgebung für unsere Sinne, welche Wahrnehmungsprozesse entstehen und wie wirkt sich das auf unser Denken, Fühlen und Handeln aus?

Soziale Beziehungen
Hier geht es darum, wie der räumliche Kontext soziale Interaktion, Beziehungen, Kommunikation und Konflikte fördert oder behindert.

Schutz, Sicherheit und Kontrolle
Es geht zum einen um den Schutz der Privat- und Intimsphäre, zum anderen um Sicherheit und Sicherheitsempfinden. Beides wird durch räumlich-strukturelle und gestalterische Faktoren beeinflusst.

Aneignung und Personalisierung
Um eine emotionale Ortsbindung und Ortsidentität zu entwickeln, muss man sich einen Raum aneignen und personalisieren können, was beim Wohnen besonders wichtig ist. Inwieweit dies möglich ist und unterstützt wird, wird hier untersucht.

Erholung und Stressbelastung
Die Wohnung bzw. das Wohnumfeld, aber auch Bereiche der Arbeitsumgebung sollten der Erholung und Regeneration dienen. Wir analysieren, welche Stressoren es gibt und wie diese vermieden werden können.

Entwicklung, Entfaltung, Lebensphasenorientierung
Wir schauen, inwiefern der Raum bzw. die Umgebung die individuelle Entwicklung und Entfaltung ermöglicht und unterstützt. Es geht um verschiedene Lebensphasen, wobei Kinder eine besondere Rolle spielen.

Raum und Verhalten
Jeder Raum, jede Ausstattung fördert ein bestimmtes Verhalten. Dies kann schon bei der Planung vorhergesagt werden, und wenn es nicht zu den gewünschten Erwartungen passt, kann hier korrigiert werden.

Gesundheit und Behaglichkeit
Um sich wohl zu fühlen, müssen Schutz- und Kontaktbedürfnisse erfüllt sein, Räume können Heilungsprozesse und Therapien unterstützen. Aber auch gesunde Baumaterialien spielen eine Rolle, wobei nicht explizit auf die Baubiologie eingegangen wird. Hierfür gibt es eigene Experten.

 

Ein in dieser Weise optimiertes Gebäude bietet den späteren Nutzern ein hohes Maß an Wohnqualität, eine Nutzung über mehrere Lebensphasen, persönliche Entfaltungsmöglichkeiten und ist eine Grundlage für lebendige, sich gegenseitig positiv beeinflussende soziale Kontakte.

Der Investor oder Betreiber kann ein Gebäude anbieten, das optimal auf die Bedürfnisse der späteren Nutzer abgestimmt ist. Er kann mit wissenschaftlich begründeter hoher Wohnqualität werben und davon ausgehen, dass die Kosten für Fluktuation/Leerstand, Konfliktmanagement und Reparaturen im Vergleich zu anderen Gebäuden reduziert werden können.

Als Arbeitgeber können Sie einen Arbeitsplatz anbieten, an dem die Mitarbeiter gerne und motiviert arbeiten, der ihre Leistungsfähigkeit unterstützt und dazu beiträgt, den Krankenstand und die Fluktuation zu reduzieren.

 

 

Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe oder Sie weitere Fragen haben, melden Sie sich gerne bei mir.

Als Mitglied am Institut für Wohn- und Architekturpsychologie in Graz kann ich Ihnen eine humanwissenschaftliche Qualitätsanalyse oder eine Beratung zu Ihrem Vorhaben oder Ihrer Bestandsimmobilie anbieten. Auch bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen unterstützt Sie unser Büro sehr gerne.

Ich freue mich auf Sie!

Ihre
Nina Marggraf